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Martin Walker liest

Am Samstag war Martin Walker im Rahmen seiner Lesereise zu Gast in Berlin und hat aus seinem vierten Roman mit den Abenteuern von Bruno, Chef de Police, vorgelesen. Ich selbst bin vor ca. 2 Jahren auf den ersten Roman dieser Reihe über Audible gestossen und habe ihn dort als Hörbuch heruntergeladen. Angeblich handelt es sich bei den vier Büchern um Krimis, die die Arbeit des Dorfpolizisten Bruno im Mittelpunkt haben. Bruno lebt in dem fiktiven Dorf Saint-Denis im Perigord in Frankreich. Das Perigord befindet sich etwas östlich von Bordeaux und wird von Martin Walker als landschaftliches, kulturelles und vor allem kulinarisches Paradies beschrieben. Und eigentlich macht genau das die Bücher aus: es wird hauptsächlich hervorragend gegessen und viel Wein getrunken. Die Handlung an sich ist dabei eher zweitrangig und häufig auch etwas langweilig.

Ganz anders hingegen der Autor selbst: Walker ist Schotte und studierte Geschichte in Oxford sowie internationale Beziehungen und Wirtschaft in Harvard. Danach war er 25 Jahre lang Journalist bei der britischen Tageszeitung The Guardian. Jetzt lebt er in Washington und im Perigord und entpuppt sich als charmanter Intellektueller, der ein wenig an den jüngeren Sean Connery erinnert. Er spricht fast fliessend Deutsch und weiß mit tiefgründigen historischen Einblicken zu glänzen. Bei der Lesung nimmt er sich zudem viel Zeit für die Fragen aus dem Publikum – und den Wein, der praktischerweise im Eintrittspreis inklusive war.

Was er an diesem Abend noch verrät, ist die Tatsache, dass er seit kurzem Kulturbotschafter des Perigords ist. Und diese Aufgabe erledigt er fabelhaft: schliesslich hat er auch mich verführt ins Perigord zu reisen. Quasi eine Reise ins Mittelalter, aber glücklicherweise mit dem Komfort der heutigen Zeit und dem Vorteil in der Lebensmittelkammer Frankreichs zu Besuch sein zu dürfen. Täglich gibt es in einem der kleinen Dörfer Markt und das Angebot an frischem Gemüse, Käse und Fisch ist atemberaubend. Zudem wird überall Wein angebaut und zur Verkostung angeboten. Die Landschaft an sich erinnert ein wenig ans Breisgau. Neben der sehr grünen Landschaft locken zudem viele Höhlen mit fantastischen Felszeichnungen die Besucher an. Klares Fazit: das Perigord ist eine Reise wert. Und wer dann im Auto nebenbei eines der Bruno-Hörbücher hört, wird verstehen, warum Martin Walker einen Teil des Jahres hier lebt.

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