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5 Gründe warum ich immer noch in Berlin lebe

In diesem Jahr bin ich wiederholt von Menschen gefragt worden, warum ich denn immer noch in Berlin wohne. Da ist doch alles so dreckig, so viel Gewalt und die Stadt bekommt auch nichts gebacken. Zudem sei doch aufs Land ziehen so im Trend. Gerade an letzterem merkt man, dass diese Menschen keine Berliner sind. Denn wie soll ich denn bitte in die Stadt kommen, wenn eh kaum eine S-Bahn fährt 😉 ?

Ich habe aber trotzdem mal darüber nachgedacht, warum ich eigentlich immer noch hier wohne. Hier sind meine aktuellen 5 Gründe (und natürlich gibt es noch viele mehr…):

  1. Berliner packen an
    moabithilftGanz im ernst: die Berliner Politik ist eine Katastrophe. In dieser Stadt klappt meist nichts. Aber das ist den Menschen in Berlin schon immer egal gewesen, das wird mit jedem Jahr quasi ‚egaler‘. Deshalb packen die Menschen lieber selbst an. Was im Jahr 2015 an Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen geleistet wurde macht 50 Jahre Berliner Schnauze locker wieder gut. Wenn die Politik versagt, sind die Menschen da und zeugen wie es trotzdem funktioniert. Das hat übrigens auch beim Tempelhofer Feld funktioniert. Mein Vorschlag: lasst die Berliner ihren Flughafen selbst bauen, dann klappt das auch noch 2016!


  2. Hier gibts lecker essen und trinken
    FullSizeRenderUnd zwar nicht nur Buletten und Currywurst. Berlin hat sich zur Feinschmecker-Hauptstadt gemausert und das liegt an grandiosen Einflüssen von außen. Inzwischen kann man hier im ehemaligen Döner-Imbiß fantastisch geniessen (Bandol sur mer) oder sein Essen endlich mal wieder anfassen (nobelhartundschmutzig). In dieser Stadt zeigen einem ausgerechnet Österreicher was guter Wein ist (Cordobar), Amerikaner wie Bier schmeckt (Vagabund Brauerei) oder Franzosen wie gemütlich geht (La Buvette). Und verrückte Italienerinnen können immer noch die besten handgemachten Gnocchi (Facciola).


  3. Größenwahn
    Berliner Schloss // Screenshot WebcamIn einer Zeit klammer Kassen und zunehmender Bescheidenheit, kleckert Berlin nicht, sondern klotzt. Es wird ein Schloss gebaut! Meine Güte: das tun doch sonst nur noch Oligarchen oder bekloppte Diktatoren. Aber nein, Berlin hats ja. Also ein Schloss: genau in die Mitte der Stadt. Wenn schon verrückt, dann richtig. Und der Berliner denkt darüber genau das richtig: Na und?! Oder anders ausgedrückt: das Berliner Schloss hat auf Facebook sage und schreibe 5.000 Fans. Bestimmt keine Einheimischen :)
    Unter Größenwahn fallen auch die Träume der Berliner Fußballfans. 2016 spielt die gute alte Tante Hertha in der Champions League! Na klar doch, genau so wahrscheinlich wie kommenden Monat noch einen Termin in einem Berliner Bürgeramt zu bekommen.


  4. Berlin hat den besten Flughafen
    IMG_2597Ohne Witz. Berlin Tegel ist der beste Flughafen der Welt. Hatte ich ja schon mal geschrieben und es bestätigt sich mit jeder weiteren Flugreise. Kurze Wege, keine unnötigen Shoppingmalls oder überteuerte Fressmeilen. Konzentriert auf das Wesentliche: Ankunft und Abflug. In 15min in der Innenstadt. Wo gibts das sonst?
    Das beste an Tegel ist aber die Hausordnung. Dort steht unter §3.1.: „Jeder Nutzer hat sich so zu verhalten, dass andere nicht gestört oder belästigt werden.“ Das sage ich nächstes Mal dem freundlichen Personal von Germanwings, wenn sie mal wieder meinen Flug streichen.


  5. Das Feuerwehrmuseum
    IMG_0794Berlin hat unendlich viele Museen. Ein Ramones-Museum, ein Currywurst-Museum und ja, auch ein Feuerwehrmuseum. Das ist in Tegel und wie an jedem coolen Ort in Berlin, so muss man auch hier klingeln, um überhaupt reinzukommen. Die Webseite dazu ist passend in 90er Jahre Retro-Style. Drinnen im Museum wird erstmal auf Berghain gemacht und man muss durch ein verrußtes Treppenhaus (Darkroom), um zur Kasse zu gelangen. Ab dort wirds aber eher folkloristisch: alte Feuermelder, Pferdepumpenwagen und als krönender Abschluss ein Kino, in dem in Dauerschleife die Feuerwehrparade auf dem Kudamm gezeigt wird. In dieser Stadt gibt es einfach nichts, was es nicht gibt!
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